CHINESE PERSPECTIVES
Junger chinesischer Film im Kino BLACK BOX am Filmmuseum Düsseldorf.
Vom 30. März 07 bis 04. April 07
Alle Filme im Original mit englischen Untertiteln.
Eröffnung am Freitag den 30.03.07 um 19.30 Uhr
Das gesamte Programm/Infos ausführlich unter www.filmkunstkinos.de/filmtext.php?movie=chinaperpective_07
Es gibt mehrere Gründe dafür, eine chinesische Filmwoche in Düsseldorf aufzustellen. Zum einen nimmt die Präsenz Chinas politisch, wirtschaftlich, aber vor allem auch kulturell immer weiter zu. Es gibt französische, britische, dänische, türkische Filmfestivals, aber noch keines, das den chinesischen Film vertritt. Es ist also an der Zeit ein neues Bild dieses Landes zu vermitteln, das bisher kaum entdeckt ist und so in Konkurrenz zu treten zu den alltäglichen Informationsmedien und ihren Berichterstattungen über China. Über China wohlgemerkt, denn was in der jetzigen Filmreihe gezeigt wird, ist ein in/mit/von/über.
Die Filmreihe konzentriert sich auf Produktionen, die mit niedrigem Budget gedreht wurden; darüber hinaus noch nicht oder nur in bedingtem Maße national und international gezeigt. Die meisten wurden mit DV-Kameras gedreht und stehen auch ein für die DV-Bewegung des Landes. Dabei ist vielen Filmen eigen, dass sie weder eindeutig einer einzigen Thematik, noch einem festen Genre zuzuordnen sind.
Die Filmemacher selber haben die verschiedensten Hintergründe: das Filmgeschäft, die Werbung, die Universität; teilweise studieren sie, teilweise üben sie bereits seit vielen Jahren einen Beruf aus oder aber wechseln regelmäßig ihr Einkommensfeld. Auch aus diesem Grund sind die Filme sehr unterschiedlich ausgefallen. Unter ihnen sind Kurz-, Lang-, Dokumentar- und Spielfilme.
Die Filme sind aus den letzten 2,3 Jahren, um ein möglichst aktuelles Bild vorzeigen zu können. Bilder von Chinesen über China, die zum großen Teil nicht unmittelbar historisch ausgerichtet sind wie die ihrer Vorgänger (Zhang Yimou, Chen Kaige in ihren früheren Filmen) oder sozialpolitisch (Jia Zhangke, der diesjährige Gewinner in Venedig); sondern Bilder, die vor allem sehr intim und persönlich sind und so auf unkontrollierte Weise ihren eigenen Aussageplatz schaffen und markieren können. Der eigene Raum als freier Raum – ein Stück Demokratie im Untergrund. Untergrund ist hier nicht einfach kultiger Begriff, sondern bezeichnet die reale Möglichkeit der Freiheitsausübung.
Inwieweit Überschneidungen und Abgrenzungen auszumachen sind, wie sehr ein Blick von innen und außen differieren kann – dies soll umrissen werden mit dem Einbezug zweier Filme von chinesischen Filmemachern, die den großen Teil ihrer Ausbildung und ihres Lebens in Europa verbracht haben.
Kuratiert wird die Reihe »CHINESE PERSPECTIVES« von Feng-Mei Heberer.
Organisiert von Feng-Mei Heberer und Stephan Machac unterstützt vom Salon des Amateurs.
