"Fluchtpunkt Shanghai"
Vortrag von Lilli Pöttrich (Düsseldorf)
Zwischen 1933 und 1941 retteten sich über 30.000 europäische Juden nach Shanghai. Ein leichtes Leben hatten sie dort nicht. Die goldenen Zeiten, in denen die vielbewunderten Hochhäuser am „Bund“ entstanden, waren vorbei. Auch wirtschaftlich war nichts mehr los, seit Shanghai 1937 von den Japanern besetzt und dabei arg zugerichtet worden war.
Auf deutschen Druck hin richtete die Besatzungsmacht in Hongkou ein Ghetto für „Staatenlose“ (sprich: Ausgebürgerte) ein. „Little Vienna“ hieß das Viertel in Anspielung auf die mitteleuropäische Herkunft dieser Menschen. Immerhin: sie überlebten. Dies auch dank der Hilfe jüdischer Familien, die als Geschäftsleute nach Shanghai gekommen waren und dort ihr Glück gemacht hatten.
Die Bewohner von „Little Vienna“ waren also nicht die ersten Juden in Shanghai – und sie waren auch nicht die ersten Flüchtlinge dort. Ob nach der missglückten Revolution in Russland 1905 und den nachfolgenden Progromen oder nach der Oktoberrevolution – immer wieder nahm Shanghai Menschen in Not auf, die ihrerseits die Kultur der Stadt bereicherten. Die Referentin ist den Spuren dieser Immigration nachgegangen.
Die Referentin, Lilli Pöttrich, ist als Rechtsanwältin in Düsseldorf tätig.
• Termin: Mittwoch, 01. Juni 2005
• Zeit: 19.30 Uhr
• Ort: Internationales Bildungszentrum "Die Brücke" der VHS, Vortragssaal/Raum 312
Kasernenstr. 6, Düsseldorf
• Eintrittspreis: 3,- €, GDCF-Mitglieder frei
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