Reisebericht 2018 von Wolfgang Kinzel

Alle Jahre wieder

Die GDCF-China-Reise in diesem Jahr war wieder ein voller Erfolg. Von Michael Ruhland in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro FITT in Düsseldorf organisiert, fanden sich Anfang Oktober in Kunming, Hauptstadt der Provinz Yunnan, 13 Teilnehmer zu einer lustigen Truppe zusammen – und der Spaß blieb der Truppe bis zur Heimreise erhalten.

Kunming ist bekannt als „Stadt des ewigen Frühlings“ und liegt mit 4 Millionen Einwohnern etwa 2640 km südwestlich von Peking auf einer Höhe von 1980 Metern. Alle 26 ethnischen Gruppen der Provinz Yunnan sind hier vertreten.

Hr. Liu, ein sehr gut Deutsch sprechender Reiseführer, vermittelte auf einer Stadtrundfahrt viele Informationen und führte die Gruppe zum Hongwan-Minoritätendorf der Yi und in das Weltkulturerbe „Steinwald“.
Auf einer unbefestigten Straße, die an eine Folterstrecke in einem Automobil-Entwicklungszentrum erinnerte, schaukelte der Bus dann nach dem Mittagessen zum Dorf der Yi. Auf ca. 30.000 Hektar lebt das Volk der Yi fast ohne Kanalisation, mit frei laufenden Tieren, völlig unzulänglichen sanitären Einrichtungen, Eseln als Zugtiere, einem Dorfplatz, um wichtige Botschaften zu verkünden oder Feste zu feiern, und einem Bürgermeister, der die Gruppe in sein Haus zu einer Besichtigung einlud.
Es scheint als ob die Zeit im Dorf der Yi stehengeblieben ist, auch wenn der eine oder andere kleine Betrieb am Straßenrand Tabak in großem Stil zum Weiterverkauf bündelt oder edle Holztüren und Holztreppen herstellt oder Stahlrahmen zusammenschweißt. Andererseits besteht die Verbindung zur Neuzeit in Form von modernen Kommunikationsmitteln (Smartphones) und modernen Autos, die sich aber offensichtlich nur sehr wenige leisten können.

Der Naigu Steinwald aus dolomitischem Kalkstein ist seit 2007 Weltkulturerbe und der Besuch war äußerst beeindruckend. Das Wort „Naigu“ bedeutet in der Sprache der ethnischen Yi-Gruppe „antik und schwarz“. Felsen aus grauer Vorzeit ragen wie Bäume in den Himmel.

Nach einem Tag zur freien Verfügung ging es weiter: In Tengchong wurden die Altstadt in Heshun, Heiße Quellen, ein altes Gingko Dorf und der Vulkan National Geopark besucht.
Heshun ist eine etwa 600 Jahre alte Gemeinde im Kreis Tengchong an der Grenze zu Myanmar. Sie wurde in der Ming Dynastie gebaut und ist gut erhalten. Die Heißen Quellen in Tengchong in der Qingshui-Gemeinde haben verschiedenen Besonderheiten, wie z. B. unterschiedliche Temperaturen, unterschiedliches Springbrunnen-Verhalten, unterschiedliche Anreicherung mit Kohlensäure usw.

Im Gingko Dorf gibt es mehr als 10.000 Gingko Bäume, teilweise mehrere hundert Jahre alt. Weiter gin die Fahrt zum Vulkan National Geopark. Dort führte ein Rundweg um den kleinen Krater, die Mutigen stiegen 550 Stufen hinauf, um den großen Krater zu umrunden.
Von Tengchong aus ging es mit dem Bus weiter nach Dali zum Drei-Pagoden-Tempel und in die Altstadt. Die Drei Pagoden des Chongsheng-Klosters sind im alten Baustil der Bai-Nationalität aus Ziegelsteinen gebaut. Sie sind das Wahrzeichen von Dali.

Über weitere interessante Stationen, wie die Altstadt von Lijiang, den Lugu See, den Besuch einer Mosuo Familie und ein Tanzabend am Lagerfeuer, gelangte die Reisegruppe nach Zhongdian. Sehr beeindruckend war dort der Besuch im größten buddhistischen Tempel der Provinz Yunnan.
Ebenso interessant war der Besuch der „Tigersprung-Schlucht“, dem wildesten Abschnitt des Jangtse an seinem Oberlauf, wo er „Jinsha Fluss des Goldenen Sandes“ heißt. Der Jangtse entspring aus einem 5.600 Meter hohen Gletscher im Hochland von Tibet und fällt ganze 5.380 Meter dem Meer entgegen – 6.380 km quer durch China. Er ist der drittlängste Fluss der Welt und den Chinesen als Chang Jiang, der „Lange Fluss“ bekannt.

Alles Schöne geht einmal zu Ende. Nach 17 mit unglaublich vielen Eindrücken gefüllten Tagen und Informationen war dann der Heimflug angesagt.
Die Erinnerungen werden bleiben, die Kontakte untereinander auch, Atmosphäre und Verständnis in der Gruppe waren ausgezeichnet. Die Gruppe bestand aus „Alten Hasen“ und „Neulingen“ und das war eine sehr gute Mischung.
Alle Reisebegleiter sprachen Deutsch oder Englisch und haben ihren Job ausgezeichnet gemacht. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Michael Ruhland und alle Beteiligten im Hintergrund, die diese Reise zum Erfolg geführt haben. Na ja, ist doch klar: nächstes Jahr geht’s wieder los! Ich bin auf jeden Fall dabei!