Spendengelder an Jiuling-Schule überreicht |
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7.100 € für den Wiederaufbau |
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Dienstag 26. August 2008
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Endlich geht es los, Richtung Sichuan. Der Flug von Peking in die Provinzhauptstadt Chengdu ist um 10:55. Pünktlich hebt die Maschine ab. Neben mir sitzt Frank X. Dunne, Geschäftsführer des nichtstaatlichen Earthquake Resource Centers in Chengdu. Eigentlich kümmert er sich um Hilfsprojekte im tibetischen Hochland, doch seit drei Monaten sind er und seine zwölf Helfer darum bemüht, in den vom Erdbeben zerstörten Städten und Dörfern Hilfe zur Selbsthilfe zu organisieren. Er erzählt mir auf dem zweieinhalbstündigen Flug viel über die Situation direkt nach dem Beben und über den Stand der gegenwärtigen Hilfsmaßnahmen. Ohne die sofortige Hilfe der Volksarmee, so ist er sich sicher, wäre die Zahl der Opfer deutlich höher ausgefallen. Er spricht davon, dass sich die Erde sekundenlang über einen Meter hin und her bewegt hat und dass das Erdbeben in den weitläufigen Bergregionen ein unbeschreibliches Grollen hervorgerufen hat. Im Moment bereitet Frank der Aufbau eines Netzwerkes von alleinstehenden Hinterbliebenen mit Kindern, das größte Kopfzerbrechen. Auf dem Land spielt die alte Familienstruktur noch eine bedeutende Rolle. Er ist aber zuversichtlich, über Kinderspielgruppen die alleinstehenden Mütter und Väter in das Programm einbinden zu können und den Betroffenen wieder eine familiäre Perspektive geben zu können. |
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Mittwoch 27. August 2008
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Um 7:50 Uhr fährt der Minibus wieder vor dem Hotel vor. Nun geht es los, Richtung Erdbebengebiet. Bis nach Jiangyou sind es ca. 220 km. Noch ist der morgendliche Berufsverkehr ruhig und schnell gelangen wir durch die Vorstadt zum Expressway. Dieser ist gut ausgebaut und in schneller Fahrt geht es nun Richtung Jiangyou. Gespannt blicke ich durchs Fenster. Von der zerstörerischen Kraft des Erdbebens beiderseits der Autobahn ist hier noch nichts zu sehen. Schon bin ich fast etwas enttäuscht, aber wir sind ja noch relativ weit vom eigentlichen Zentrum der Katastrophe entfernt. Frank hatte mir doch gesagt, dass die Schäden in Jiangyou bedeutend seien, er war erst kürzlich dagewesen. |
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Bis zur Juiling Schule ist es nicht mehr weit. Nach ein paar hundert Metern auf der prächtigen vierspurigen Einfallstraße nach Jiangyou biegen wir links ab. Noch ist nichts non der Schule zu sehen. Nur ein riesiges Trümmerfeld mit einem Bagger. Daneben Wellblechhütten. Das also ist bzw. war die Jiuling Schule. Schon eilt der Schulrektor Herr She Jiaoguo und weitere Funktionäre herbei. Die Begrüßung ist herzlich, zwei Kamerateams bekommen die gewünschten Bilder. |
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Zunächst ist es mucksmäuschenstill zwischen den vielen Wellblechbaracken, in denen derzeit unterrichtet wird. Bald ist mir klar, hier werden heute die Abschlussprüfungen vom letzten Schuljahr nachgeholt. Seit dem 12. Mai fand ja kein Unterricht mehr statt. Und erst seit einer Woche sind die Schüler in ihre Schule zurückgekehrt. Die Pausenglocke schrillt und ein Heer kleiner Chinesen stürmt aus den provisorischen Unterrichträumen heraus. Schnell bin ich umringt. So viele Ausländer scheint es bisher noch nicht nach Jiangyou verschlagen zu haben. Rektor She bittet mich, in einer der Klassen eine kurze Ansprache zu halten, was ich auch gerne tue. Meine spontane Rede wird mit viel Beifall honoriert. |
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Mittlerweile ist auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Jiangyou, Frau Tang Chuanfeng, eingetroffen. Doch zunächst erfolgt ein Bericht von Schuldirektor She. Von den 1.240 Kindern, die vor dem Beben die Schule besuchten, sind nun ca. 1.100 zurückgekehrt. Unterrichtet wird von der ersten bis zur neunten Klasse. Auch ein Kindergarten ist der Schule angeschlossen. Wie kommt es zu dieser Differenz? Herr She hatte doch kurz vorher gesagt, dass zwölf Kinder während des Bebens verletzt wurden und ein Lehrer getötet wurde. Doch die Erklärung folgt gleich, die Eltern der Kinder sind weggezogen, daher sind im Moment weniger Kinder an der Schule eingeschrieben. Derzeit findet der Unterricht in Wellblechhütten und Zelten statt, die von der Partnerprovinz Henan gespendet wurden. Herr She führt im Folgenden weiter aus, dass der Wiederaufbau der Schule ca. zwei Jahre dauern wird. Bei den anstehenden Neubauarbeiten spielt die Erweiterung des Schlaftraktes für die vielen Schüler und Schülerinnen eine wichtige Rolle. Vorher bestand die Jiuling-Schule aus vier Schulen an unterschiedlichen Orten. Da diese nun alle komplett zerstört sind, wurde beschlossen, hier an Ort und Stelle einen Neubau für alle Schüler und Schülerinnen zu errichten. Dadurch wird jedoch der Schulweg für viele der Bauernkinder zu lange und daher ist es notwendig, ein entsprechend großes Wohnheim zu errichten. Rektor She freut sich schon jetzt auf die zukünftige Kooperation mit der Chinesischen Schule Düsseldorf e.V. und der GDCF Düsseldorf e.V. |
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Anschließend richte ich noch ein paar Grußworte an die anwesenden Funktionäre. Erkläre dabei die Arbeit der GDCF Düsseldorf e.V. und der chinesischen Schule Düsseldorf e.V. |
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Donnerstag 28. August 2008
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Für 12 Uhr ist ein Arbeitsessen mit Frau Qin Lin, Präsidentin der SIFA vorgesehen. Der Empfang fällt herzlich aus, neben Herrn Yang, meinem ständigen Begleiter, dem ich an dieser Stelle nochmals recht herzlich für seine unermüdliche Hilfe danken möchte, ist auch Herr Wang Lan Yang anwesend. Herr Wang ist erst seit sechs Monaten bei der SIFA und ist für Messebeteiligungen zuständig. Frau Qin bedankt sich mehrmals für unsere Hilfe. Sie hofft, dass unser Projekt Modelcharakter bekommt, haben doch die GDCF Donnersbergkreis und die Hamburger Chinagesellschaft ebenfalls angefragt, aber die bisher angebotenen Projekte ausgeschlagen (Kauf von Computern). Angefragt ist von beiden Organisationen die Unterstützung einer Grundschule in den Bergen Sichuans. Dies ist aber derzeit nicht möglich, da das Schulwesen in den ländlichen Regionen Sichuans derzeit reformiert wird. Durch die Zerstörung der bisherigen Schulgebäude durch das Erdbeben werden nun nur noch Schulen in Dörfern aufgebaut, die mehr als 50 Schüler aufweisen können. Da aber eine zunehmende Landflucht feststellbar ist, werden die wenigsten Gemeinden dieses Soll erfüllen können. Somit wird ein Großteil der Schulen in den Bergregionen Sichuans aufgelöst und Schulen wie unsere Jiuling-Schule als zentralisierte Schule eine wichtige Rolle in der Erziehung der Schulkinder spielen. |
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