„Supraplanung – ein vom Westen ignorierter Denk – und Planungshorizont“


Eine Veranstaltung des „Arbeitskreises Wirtschaft“
Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Thomas Täubner

Eine Definition der chinesischen Supraplanung lautet: „Molüe ist die Lehre vom Gebrauch unlistiger und listiger Strategien und Taktiken zum Zwecke des Sieges, optimalerweise unter Vermeidung eines Krieges und daher ohne den Gebrauch der Streitkräfte.“ (von Senger, Harro: Supraplanung [Molüe], 2. überarbeitete Auflage [München 2018], S. 35).

Dieses Zitat von Harro von Senger aus seinem Werk „Supraplanung [Molüe]” macht deutlich, wie sehr die chinesische Supraplanung auf den Lehren von „Meister Suns Kriegskanon“ – dem antiken Urquell der modernen chinesischen militärischen Supraplanungslehre – basiert. Normale Alltagsrationalität und Listkompetenz bilden zusammen den weiten Denkhorizont der Supraplanung, ein planerisches Gesamtsystem, welches die höchste Stufe der westlichen Zukunftsplanung um zwei entscheidende Komponenten übertrifft: 1. Die enorme Weite seines Denk- und Planungshorizontes, 2. seine systematische „strategemische“ Grundkonzeption.

In meinem Vortrag werde ich auf die für das Verständnis der chinesischen Supraplanung maßgeblichen Grundlagen eingehen und sie sukzessive und plastisch an Beispielen belegt vorführen.

 

Über den Referenten:

Der Sinologe Dr. phil. Thomas Täubner promovierte 2004 bei Prof. Dr. jur. Dr. phil. Harro von Senger (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.) über das Thema „Soziagogie (Wissenschaft von der Gesellschaftsführung)“. Damit war Täubner der überhaupt erste Wissenschaftler, der sich diesem für dem Aufstieg Chinas zur Weltmacht maßgeblichen Thema in seiner Doktorarbeit gewidmet hat. Dr. Thomas Täubner leitet seit 2005 gemeinsam mit seiner Ehefrau Xuemei Täubner-Liu das private Kulturinstitut CHINA FORUM – GALERIE T (s. www.chinaforum-t-galerie.com). Neben der Sprachvermittlung an Schülerinnen und Schüler von fünf Gymnasien des Bergischen Landes bei Köln und dem Aufbau und der Pflege von mehreren deutsch -chinesischen Schulpartnerschaften, organisiert Täubner auch Kunstausstellungen. 2012 organisierte er unter der Schirmherrschaft des Kölner Oberbürgermeisters Jürgen Roters die zentrale Sonderausstellung anlässlich des Kölner Chinajahres im Rathaus der Stadt Köln. 2017 war Täubner Kurator einer Ausstellung über den chinesischen Ahnenkult im LVR-Papiermuseum Alte Dombach in Bergisch Gladbach. Täubner ist darüber hinaus auch Kurator zweier bedeutender chinesischer Künstler: Prof. Cao Yingyi (geb. 1939 in Anhui) und Hong Lei (geb. 1960 in Jiangsu). 2013 erhielt er aus den Händen von Prof. Dr. Zhu Wenjun (Beauftragter für Chinesischen Kampfsport an der Deutschen Sporthochschule in Köln) sein Taiji-Lehrerzertifikat. Seit einigen Jahren führt Täubner Schulungen und Workshops zur chinesischen Volks- und Geschäftsmentalität in deutschen Firmen, Organisationen und an Volkshochschulen durch

 


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