Vom Reichtum südchinesischer Bergvölker


Ethnische Minderheiten in China
Vortrag mit Lichtbildern von Friedhelm Petrovitsch

Die Provinzen Yunnan, Guizhou, Guangzhi, Sichuan und Hunan sind lohnende Ziele auf der Suche nach den ethnischen Minderheiten Chinas, die sich in früheren Jahrhunderten auf Druck der dominanten Han-Chinesen immer weiter in die unfruchtbaren und schwer zu erreichenden Bergregionen zurückziehen mussten.

Besonders Guizhou, lange Zeit vom Rest der Welt isoliert, blieb bis vor kurzem Chinas „unterentwickelte“ Region. Dem kulturell Interessierten bieten diese Provinzen ungeahnte Schätze. Dort leben viele der 56 Ethnien in autonomen Gebieten nach ihren z.T. archaischen Traditionen, die sie trotz der kaum aufzuhaltenden Einflüsse der Moderne noch pflegen. Geradezu überwältigend ist der Blick auf die kunstvoll angelegten blinkenden Reisterassen von Yuanyang im Frühjahr.

Eingebunden in den Kreislauf der Natur sind Religion und Brauchtum bestimmt von Fruchtbarkeitsgottheiten, Geistern und Dämonen. Davon zeugen Feste und Riten von der Geburt bis zum Tod und darüber hinaus. In den meisten Dörfern werden noch Schamanen befragt.

Sinnbilder mythischer Vorstellungen findet man in der Architektur (Trommeltürme, Wind- und Regenbrücken), in Musik, Tanz, Dichtung, Schmuck und vor allem in der unvergleichlichen Web- und Stickkunst der Festtagskleider. Das Silber der Frauen kann bis 20 kg wiegen.

Meine Fotos und eine Auswahl von Textilien können nur einen ganz kleinen Einblick geben in diese für uns Europäer so ferne Welt.

Über den Referenten:

Friedhelm Petrovitsch, 1943 in Eschweiler bei Aachen geboren, besuchte dort das Gymnasium bis 1963, absolvierte in Bonn bis 1967 ein Philologiestudium und war von 1967-2009 im Schuldienst in Aachen, Köln und Eschweiler. Ein Freund schenkte dem Neunjährigen eine einfache Box zum Geburtstag. Seitdem ließ ihn die Fotografie nicht mehr los.
Er nahm erfolgreich an Wettbewerben teil und präsentierte seine Fotos in Einzel- und Gruppen-Ausstellungen. Seit 2003 ist er vor allem in Süd-China zu den ethnischen Minderheiten unterwegs. Freunde überzeugten ihn von den Vorzügen der Digitalfotografie. Ohne den Wechsel zu dieser Technik säße Petrovitsch wahrscheinlich noch immer an vielen Wochenenden im Dunst des heimischen Fotolabors.

 


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